*Pilzgifte*Giftpilze*Pilzvergiftungen*

Mörder in Wald und Flur

 

Tödlich giftige Pilze sind auch in Deutschland weit verbreitet.

 

Ihre oft verblüffende Ähnlichkeit mit begehrten Speisepilzen führt immer wieder zu Vergiftungen.

 

Werden die Symptome nicht rechtzeitig erkannt und werden nicht sofort Gegenmaßnahmen ergriffen, führt die Pilzvergiftung unweigerlich zum Tod der betroffenen Person, sofern sie die letale Dosis  aufgenommen hat.

 

Hierfür gibt es keinen verlässlichen Wert. Bestimmte Faktoren, wie z. B. das Alter und der Gesundheitszustand des Menschen, bestimmen die todbringende Dosis. Auch kann der Giftgehalt der Pilze je nach Standort schwanken.

 

Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung mit Symptomen suchen Sie sofort eine Krankenhaus auf!

 

 

Das Phalloides-Syndrom

 

Vergiftungen mit leberschädigenden Amatoxinen und Phallotoxinen. Die Vergiftung verläuft in zwei Phasen! Nach der gastrointestinalen Phase tritt eine scheinbare Besserung ein. Im Anschluss beginnt die Phase der Leberzerstörung.

 

Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides)

Kegelhütiger Knollenblätterpilz (Amanita virosa)

Weißer Knollenblätterpilz (Amanita verna)

Nadelholzhäubling (Galerina maginata)

Fleischrosa Schirmling (Lepiota helviola)

Fleischbräunlicher Schirmling (Lepiota brunneoincarnata)

 

Erste Symptome: Übelkeit, Erbrechen, wässriger Durchfall, Koliken                              

Latenzeit: (4) 6 - 12 (24)h nach der Pilzmahlzeit

 

Letale Dosis: 0,1mg Amatoxine pro kg bei Erwachsenen

 

 

Das Orellanus-Syndrom

 

Vergiftungen mit nierenschädigendem Orellanin und anderen Nierengiften.

 

Orangefuchsiger Rauhkopf (Cortinarius orellanus)

Spitzgebuckelter Rauhkopf (Cortinarius rubellus)

Schöngelber Klumpfuß (Cortinarius splendens)

und andere Schleierlinge 

 

Symptome: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, starkes Durstgefühl, Schmerzen im Lendenwirbelbereich, Übelkeit, Erbrechen, Kältegefühl und Schüttelfrost, zunächst vermehrte, später verminderte Urinmenge

Latenzzeit: 2 Tage bis 3 Wochen

 

Letale Dosis: 50 - 100g Frischpilz

 

 

Das Gyromitrin-Syndrom

 

Vergiftungen mit leberschädigendem Gyromitrin.

 

Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta)

Violetter Kronenbecherling (Sarcosphaera coronaria)

 

Symptome: sehr ähnlich den Vergiftungserscheinungen und Latenzzeiten des Phalloides-Syndroms.

 

Letale Dosis: 20 - 50mg/kg bei Erwachsenen

 

 

Das Muscarin-Syndrom

 

Vergiftungen mit dem Nervengift Muscarin.

 

Ziegelroter Risspilz (Inocybe erubescens) und andere Risspilze

Laubfreund-Trichterling (Clitocybe phyllophila) 

Feld-Trichterling (Clitocybe dealbata) und andere kleine weiße Trichterlinge

 

Symptome: starke Schweißbildung, Speichelfluß, Tränenfluß, Sehstörungen, Pupillenverengung, Blutdruckabfall, verlangsamter Puls, manchmal gastrointestinale Symptome

Latenzzeit: 15min - 2 (3)h

 

Letale Dosis: 180mg/kg bei Erwachsenen

 

 

Das Pantherina-Syndrom

 

Vergiftungen mit Ibotensäure, Muscimol und Muscazon

 

Fliegenpilz (Amanita muscaria)

Pantherpilz (Amanita pantherina)

 

Symptome: Sprachstörungen, Koordinationsstörungen, Sehstörungen, motorischer Unruhe und Verwirrung, Schwindel, Alkoholrausch-ähnliche Symptome, beschleunigter Puls, Blutdruckanstieg

Latenzzeit: 15min - 2 (3)h

 

Letale Dosis: ca. 45mg/kg bei Erwachsenen*

 

*Quelle: Eberhard Teuscher, Ulrike Lindequist: Biogene Gifte: Biologie – Chemie – Pharmakologie. 2. bearb. u. erw. Auflage. Deutscher Apotheker Verlag, 1994,     ISBN 978-3804715806 (681 Seiten)

 

 

Das Coprinus-Syndrom

 

Vergiftungen in Verbindung mit Alkoholgenuss und Pilzinhaltsstoffen (z.B.Coprin)

 

Grauer Faltentintling (Coprinopsis atramentaria) und evtl. Glimmertintling

Keulenfuß-Trichterling (Clitocybe clavipes)

 

Symptome: Hitzegefühl, Hautrötungen im Gesicht, Hals, Nacken, Brust, beschleunigter Puls, Herzklopfen, Kribbeln oder Juckreiz der Extremitäten, Atemnot, Schwindel, manchmal gastrointestinale Symptome

Latenzzeit: bis zu 3 Tagen ab Zeitpunkt der Aufnahme der Pilzmahlzeit bei gleichzeitigem oder nachträglichem Alkoholgenuss

 

Die Vergiftung gilt nicht als lebensbedrohlich. Bisher sind keine Todesfälle dokumentiert. 

 

 

 

         Da gibt es noch mehr. Fortsetzung folgt...